Typengenehmigung und Bauturbo: So werden Genehmigungen schneller
aureas Redaktion · 9. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit
Zwischen Bauantrag und Genehmigung vergehen in Deutschland je nach Kommune Monate, in Ballungsräumen auch länger. Für ein Gebäude, das es in fast identischer Form schon dutzendfach gibt, wird jedes Mal neu geprüft, was längst geprüft ist. Das kostet Zeit, Geld und in vielen Fällen die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Inzwischen gibt es Instrumente, die genau dieses Problem angehen. Wer sie kennt, verschafft sich einen messbaren Vorsprung.
Die Typengenehmigung: einmal prüfen, mehrfach bauen
Die Typengenehmigung ist in der Musterbauordnung verankert und inzwischen in den meisten Landesbauordnungen angekommen. Das Prinzip: Ein Gebäudetyp oder ein Bausystem wird einmal umfassend geprüft, etwa Statik, Brandschutz und Bauphysik. Diese Prüfung gilt dann für jede weitere Errichtung desselben Typs. Im örtlichen Verfahren bleiben nur noch die grundstücksbezogenen Fragen: Einfügung, Erschließung, Abstandsflächen.
Für seriell gefertigte Gebäude ist das der logische Genehmigungsweg. Es wäre absurd, ein industriell hergestelltes Produkt, dessen Stärke die Wiederholung ist, jedes Mal von vorn zu prüfen. Genau deshalb treiben die Anbieter industriell vorgefertigter Bausysteme Typengenehmigungen für ihre Systeme voran, und die Wohnungswirtschaft fordert seit Jahren die bundesweite gegenseitige Anerkennung. Denn hier liegt noch die größte Schwäche: Eine Typengenehmigung aus einem Bundesland gilt nicht automatisch in allen anderen. Die Richtung der Reformen ist aber eindeutig, die Anerkennung wird schrittweise einfacher.
Der Bauturbo: §246e BauGB
Seit Ende 2025 gibt es ein zweites Instrument, das in der Branche unter dem Namen Bauturbo läuft. Der neue §246e BauGB erlaubt es Kommunen, für den Wohnungsbau mit Zustimmung der Gemeinde von den Vorgaben des Baugesetzbuchs abzuweichen, auch dort, wo bisher erst ein langwieriges Bebauungsplanverfahren nötig gewesen wäre. Aufstockungen, Nachverdichtung, Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen: Vieles, was früher Jahre an Planungsrecht gekostet hat, kann damit deutlich schneller genehmigungsfähig werden.
Der Bauturbo ist eine Kann-Regelung. Ob eine Kommune mitzieht, hängt von ihrer Personalausstattung und ihrem politischen Willen ab. Für Entwickler:innen heißt das: Das Gespräch mit der Gemeinde früh suchen und mit einem belastbaren Konzept hingehen. Eine Kommune sagt leichter zu, wenn Mengengerüst, Kosten und Qualität des Vorhabens von Anfang an nachvollziehbar sind. Unsere Erfahrung, auch aus Projekten wie dem von EBK Immobilien: Wer mit klaren Grundlagen in den Dialog mit der Stadt geht, erzielt echte Fortschritte.
Gebäudetyp E: einfacher bauen, rechtssicher
Parallel dazu läuft die Reform um den Gebäudetyp E, das E steht für einfach. Die Idee stammt aus der Architektenschaft: Bauherren und Planer:innen sollen rechtssicher von Komfortstandards abweichen dürfen, die weder Sicherheit noch Gesundheit betreffen. Bayern hat den Typ E in die Landesbauordnung aufgenommen, auf Bundesebene wurde die zivilrechtliche Absicherung auf den Weg gebracht, damit die Abweichung vom „anerkannten Stand der Technik" nicht automatisch als Mangel gilt.
Zusammen mit Programmen wie dem Hamburg-Standard entsteht so zum ersten Mal seit Jahrzehnten Spielraum, Standards bewusst zu wählen statt sie unreflektiert zu vererben. Das ist für die Baukosten mindestens so wichtig wie jede Förderung.
Was das zusammen bedeutet
Typengenehmigung, Bauturbo und Gebäudetyp E greifen ineinander. Das geprüfte Produkt beschleunigt die Bauaufsicht, der Bauturbo beschleunigt das Planungsrecht, der Typ E befreit von Überstandards. Ein Projekt, das alle drei nutzt, kann in der Summe Jahre gegenüber dem klassischen Weg gewinnen.
Die Voraussetzung ist allerdings immer dieselbe: Man muss früh wissen, was auf dem Grundstück möglich ist und mit welchem System es gebaut werden soll. Die Instrumente belohnen diejenigen, die mit fertigen Grundlagen kommen, nicht diejenigen, die erst im Verfahren anfangen zu klären. Deshalb beginnt bei uns jedes Projekt mit einer schnellen, datenbasierten Prüfung von Baurecht, Mengengerüst und Wirtschaftlichkeit, bevor der erste Antrag gestellt wird. Mehr dazu im Artikel über die Machbarkeitsstudie.
Ob Ihr Projekt für diese Beschleuniger bereit ist, sehen wir uns im kostenlosen Pre-Check an: 8 Schritte, Ergebnisse in 24 Stunden.